Planet Trek fm#042: Star Trek: Picard 1.05: Der Tod der Utopie im wilden Mix aus Mord & Laienspiel

Heute geht es bei Planet Trek fm um Stardust City Rag, die fünfte Episode der neuen Serie Star Trek: Picard.

In Nummer #42 geht es zwar auch um die neue Episode, aber auch um das große Ganze. Björn Sülter spricht mit der Autorin und Übersetzerin Claudia Kern sowie Co-Pilot Moritz „Darmok auf dem Ozean“ Wolfart über alles, was Trekkies aktuell hinterfragen (sollten). Dass dabei neben vielen Fakten auch der Humor nicht zu kurz kommt, gehört bei Planet Trek fm zum guten Ton.

Wir beginnen ganz wie Gentlemen mit der Autorin und Übersetzerin Claudia Kern, die man von ihrer Trilogie „Der verwaiste Thron“, den vier Bücher der Reihe „Homo Sapiens 404“, diversen Sachbüchern und als  langjährige Chefredakteurin und Kolumnistin der SpaceView und heute der Geek! kennt. Ihr neuer Roman „The Divided States of America“  ist ein echter Tipp und erschien 2018. Claudia ist bei Star Trek: Picard zum zweiten Mal dabei, hat jedoch bei Star Trek: Discovery ebenfalls schon regelmäßig vorbeigeschaut.

Moritz Wolfart zählt schon zum Inventar und ist zu einer Art Co-Pilot geworden. Seine erste große Liebe lernte er mit acht Jahren kennen und sie hieß Enterprise, obwohl er sie nicht einmal sehen konnte! Aufgrund seiner Blindheit hat er einen vollkommen anderen Zugang zu Star Trek gefunden, als Sehende. Spricht man jedoch mit ihm über das Franchise, stellt man schnell fest: Sein Erleben ist nicht minder umfänglich, als das seiner sehenden Kollegen. Übrigens entstand seine Trek-Leidenschaft sehr zum Missfallen seiner Mutter. Aber nach einer verhältnismäßig kleinen Familienkrise setzte sich sein Vater mit dem Argument durch, dass diese dialoglastige TV-Unterhaltung für ihn interessanter sei, als das übliche Kinderprogramm. Und dafür ist Moritz Wolfart ihm heute noch zutiefst dankbar! Inzwischen kennt er natürlich alle Episoden und Filme und wurde über die letzten zwanzig Jahre zu einem der aktivsten Community-Mitglieder in Sachen Star Trek. Dieser Mann kennt sein Star Trek. Unter seinem markanten Spitznamen Darmok auf dem Ozean ist er sicher auch vielen Fans ein Begriff.

Veröffentlichung: 27. Februar 2020
Teilnehmer: Björn Sülter, Claudia Kern & Moritz Wolfart
Lauflänge: 79 Minuten

5 Gedanken zu „Planet Trek fm#042: Star Trek: Picard 1.05: Der Tod der Utopie im wilden Mix aus Mord & Laienspiel

  1. Hallo ihr drei bis vier,
    vielen Dank für diese mal wieder tolle Episode!
    Ich habe *die Lösung* für das aktuelle Star Trek Dilemma gefunden 😉

    Es ist im Prinzip genau wie bei JJ Trek 2009:
    „Star Trek“ wie es die Fans kannten und liebten endete 2005 mit der grandiosen letzten Staffel Enterprise. Many Coto hat hier alles gegeben, was noch drin war, eine Homage an TOS geschaffen und Star Trek wurde leider unverdient zu Grabe getragen.

    Dann hat man sich bei Paramount irgendwann gedacht: „okay, wir haben hier noch irgend welche alten Sachen rumliegen, die wir mal angeblich wg. zu geringer Quoten eingestellt haben. Das könnte man doch irgendwem geben, der sich damit überhaupt nicht auskennt, aber Filme macht, die wahnsinnig viel Geld einbringen weil es uns finanziell ja so schlecht geht.“

    Also hat man JJ Abrahms angeheuert und ihn einen Star Wars Film machen lassen, den man dann halt Star Trek genannt hat weil man eben keine Star Wars Lizenz, sondern die Star Trek Lizenz (aber irgendwie dann auch wieder nicht so ganz vollständig) hatte. Weil man sich Aufgrund der komischen Quotenmessung und der totalen Abschottung vor irgendwelchen dahergelaufenen Fans weltweit dachte, es gibt ja nur noch ein paar hundert Leute, die das alte, positive Star Trek mögen, hat man das ganze Ding einfach in ein anderes Universum gepackt und es für gut befunden. Die paar alten Fans kannten das ja schon zur Genüge und haben auch die Multiversentheorie akzeptiert.

    Und es hat funktioniert und nach dem komischen Paramount Quotenmesssystem Millionen neuer Teenie Fans erzeugt. Man hat das Projekt als erfolgreich eingestuft, alle noch verbliebenen alten Fans verscheucht und 2 weitere Filme raus gehauen.

    Und weil das mit den Filmen dann nicht mehr funktionierte, weil man ja generische Schauspieler engagiert hatte, die im Gegensatz zu den früheren Schauspielern auch was anderes als nur Star Trek machten, musste man sich wieder was Neues ausdenken. Weil man hatte ja die ganzen neuen Teenie Fans, denen das Lensflare Geballere ohne Tiefgang so gut gefiel.

    Also hat man die ganzen Lensflares und das Geballere genommen und Leute gerufen, die das alte, positive Star Trek so richtig hassen: Brian Fuller to the Rescue! Yeah bitch! Come get some!
    Keinen Many Coto, keinen Ira Steven Behr, keinen Rick Berman, keinen sonstwen, der Star Trek mag.
    Nicht mal Mike und Denise Okuda für das visuelle Gesamtbild!

    Also dachte man sich bei Paramount oder CBS oder wer auch immer das macht: okay, die alten Fans sind wir erfolgreich durch das JJ Trek los geworden, dann brauchen wir so nen Scheiß wie Canon oder Fans und deren Liebe zu dem alten, abgewracktem positiven Star Trek gar nicht mehr zu berücksichtigen.

    Wir machen einfach wieder was Neues, hat ja mit dem Star Wars Film, den wir einfach Star Trek genannt haben, auch funktioniert. Und so nen Schmu mit wieder neuem Universum machen wir auch nicht mehr, wir lügen einfach ganz dreist und behaupten, das war schon immer so. Macht der tolle Präsident ja auch so.

    So und jetzt lange Rede, kurzer Sinn: „Star Trek: PicarT“ spielt ja in dem gleichen kaputten Discovery Universum, das man vorher aufgebaut hat.
    Es gibt keine richtigen Romulaner mehr, vermutlich auch keine Klingenen, sondern nur noch Menschen mit spitzen Ohren, die man Romulaner nennt und die neuen Orks die man Klingonen nennt.
    Und es gibt keine 40-jährige Star Trek Utopie, in der man Hoffnung und etwas Gutes (#AdvancedHuman) vermitteln will mehr.

    Also hat PicarT diese ganzen tollen positiven Dinge, an die wir uns aus dem alten Universum erinnern, vielleicht gar nicht erlebt.
    Er ist ja in einem Universum aufgewachsen, wo man erst schießt und dann fragen stellt. Also quasi ein Spiegeluniversum der alten Utopie.

    Naja vielleicht merkt man, ich bin ziemlich enttäuscht von „Star Trek: Picard“.
    Deshalb steht für mich, wie ich Eingangs schon erwähnt habe, fest: Star Trek in dem Sinne gibt es nicht mehr.
    Offenbar will man heute bei den Streaming Bezahldiensten keine schönen, positiven Sachen mehr machen. Sondern es wird nur altes irgendwie kaputt gemacht und in etwas Schreckliches verwandelt, das ich persönlich nicht sehen will. (Bsp auch „Sabrina“)

    Ich habe auch nie irgendeine dieser tollen neuen Serien gesehen, von denen ihr immer redet. Also kein Game of Thrones, Breaking Bad, Calling Saul oder was weiß ich. Ich finde dieses Format, einen 10 Stunden Film zu machen und ihn in 10 Stücke zu teilen, auch total furchtbar. Und nein, es gibt auch noch normale Serien, die das nicht so machen. Sowas, was im normalen Fernsehen läuft, wie z.B. NCIS oder Blue Bloods. Das sind die Neuesten Serien, die mir einfallen. Ansonste sehe ich wohl wie bei Star Trek auch lieber alte Sachen, wo man gedanklich noch mit kommt. Wo man in 45 Minuten eine Geschichte erlebt, die in sich abgeschlossen ist und irgendwann später erlebt man eine neue Geschichte, die wie im echten Leben auch auf dem vorherigem aufbaut.

    Weil man sich im echten Leben eben auch nicht 10 Wochen lang mit ein und demselben Thema beschäftigt, sondern spätestens alle paar Tage mal was anderes erlebt.

    So, das waren meine 2 Cents. Picard hat nichts mit TNG zu tun. Ich werde diese Staffel vielleicht noch ansehen, glaube aber nicht, dass ich mich nächstes Jahr dann zu der 2. Staffel überwinden kann. Und nein, ich weiß, dass die Serie keine ultimative Lösung mehr geben wird. Warum weiß ich das? Wegen Discovery. Hier wurde auch alles kaputt gemacht und am Ende keine überzeugende Lösung gegeben.

  2. Ich bin zwar noch dabei, Eure Diskussion zu hören, aber 2 Punkte wollte ich während des Hörens schon mal einwerfen, bevor ich die wieder vergesse:
    Wieso und woher „wissen wir“, das Picard ein schlechter Schauspieler ist?
    Ich denke, gerade das Gegenteil ist richtig: Picard ist ein so guter Schauspieler, wie Patrick Stewart selbst.
    Zum einen interesiert sich Picard für Schauspiel und probt mit Data ein Shakespeare Stück.
    Es mag sein, das er vorgibt, kein guter Schauspieler zu sein, wenn Beverly ihn fragt, ob er an ihrem Stück mitmachen will (gibt er das da überhaupt vor?), aber sein eigentlicher Grund nicht mitzumachen ist wohl eher, das er denkt, ein Captain spielt nicht auf der Bühne Theater, genauso wenig wie er zu einer Pokerrunde geht.
    Da wo er nicht als Captain auftritt, ist er aber ein guter Schauspieler. So auch, wenn er Dixon Hill spielt.
    Und schließlich natürlich die Geheimeinsaätze, wo er sich verkleiden muss und sich anders verhalten muss. Insbesondere auf dem Piratenschiff, wo er sich als „Mr. Mott“ ausgibt.

    Der 2. Punkt:
    Claudia sagt mit einer Selbstverständlchkeit, als wenn es jeder wissen müsste, das Manu Intiraymi seine Star Trek Brücken zerschlagen hätte. Für mich ist das völlig neu. Hat er das also? Und deshalb war es klar, das man ihn nicht für den kurzen Auftritt besetzen würde? Führt so was doch mal aus. 🙂

  3. zu Punkt 2:
    Also das mit Manu, das war so:

    Als Anthony Rapp damals Kevin Spacey der sexuellen Belästigung beschuldigt hat, hat das ja, da Rapp zu der Zeit erst 14 war, reichlich Staub aufgewirbelt.
    Manu Intiraymi hat wohl zu ungefähr der gleichenZeit wie Rapp mit Spacey zu tun gehabt und aber ausschließlich gute Erfahrungen gemacht.
    Er hat daher Zweifel an der Geschichte angemeldet, weil er sich wohl nicht vorstellen konnte, dass Spacey „sowas tut“.
    Da lag er falsch, konnte er aber noch nicht wissen.
    Dann gabs das übliche hin und her. Wie zivilisiert oder unzivilisiert es dabei zugegeangen ist, weiß ich nicht.
    Manu hat sich jedenfalls später bei Rapp dafür entschuldigt, dass er den Anschuldigungen nicht glauben wollte und Rapp soll die Entschuldigung angenommen haben.

    Letztendlich wurde aber beschlossen, dass Manu für den Star Trek Convention Circus nicht mehr tragbar ist.
    Also würde ich eher sagen, dass nicht Manu irgendwelche Brücken verbrannt hat, sondern die „Star Trek Gralshüter“ (wer auch immer das sein mag) haben Manu über die Brücke geschubst und sie dann hinter ihm abgefackelt.

    P.S.
    Der „Anti-trekker“ hat gerade vor ein paar Tagen ein Interview mit Manu auf seinem youtube-kanal veröffentlicht, wo auch auf diese Geschichte eingegangen wird.
    Ich weiß nicht ob man hier links posten darf oder nicht, daher nur der Titel:
    Manu Intiraymi LIVE – and Star Trek: Picard „The Impossible Box“ first reaction
    Bei Interesse kannst ja da mal reinhören.
    Wie objektiv Manus Sicht ist, muss jeder für sich entscheiden.

  4. fast vergessen….

    Dass man den Charakter neu besetzt, ist eine Sache, kann man sehen wie man will, aber dass sie „Manus Charakter“ nur aus der Versenkung holen, um ihn sofort zu foltern, zu verstümmeln und schließlich zu töten, hat für mich was von „nachtreten“ und zeigt wirklich miese Charakterzüge bei den Verantwortlichen.
    Vielleicht war das aber einfach nur total wichtig für „Sevens Story Arch“.
    Ich bin total gespannt, welch tragende Rolle Seven noch spielen wird.

  5. Habe gerade den Trailer zu Episode 7 gesehen. Riker scheint in dieser Folge aufzutauchen. Witzig an der Szene finde ich die Umgebung.
    Passt irgendwie zu Folge 7 und damit auch zu Star Trek 7. Auch dort gibt es diese Kulisse mit Kirk, als Picard ihn aufsucht. Mal schauen, ob in Folge 8 die Borg die Hauptrolle spielen und es in Teil 9 wieder Komplikationen mit der Sternenflotte aller Star Trek 9 gibt.

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