Planet Trek fm#059: Star Trek: Discovery 3.03-3.04: Too much Burn will kill you (frei nach Queen)

In Nummer #59 dreht sich alles um zwei neue Abenteuer der dritten Staffel aus Star Trek: Discovery. Björn Sülter spricht mit mit der Autorin und Übersetzerin Cludia Kern sowie dem SYFY-Mann Torben Kessler über alles, was Trekkies sich dazu fragen. Dass dabei neben vielen Fakten auch der Humor nicht zu kurz kommt, gehört bei Planet Trek fm zum guten Ton.

Autorin und Übersetzerin Claudia Kern ist heute zu Gast, die man von ihrer Trilogie „Der verwaiste Thron“, den vier Bücher der Reihe „Homo Sapiens 404“, diversen Sachbüchern und als langjährige Chefredakteurin und Kolumnistin der SpaceView und heute der Geek! kennt. Ihr neuer Roman „The Divided States of America“ ist ein echter Tipp und erschien 2018. Claudia war bei Star Trek: Picard wiederholt dabei, hat jedoch bei Star Trek: Discovery ebenfalls schon regelmäßig vorbeigeschaut.

Veröffentlichung: 17. November 2020
Teilnehmer: Björn Sülter, Claudia Kern & Torben Kessler
Lauflänge: 95 Minuten

6 Gedanken zu „Planet Trek fm#059: Star Trek: Discovery 3.03-3.04: Too much Burn will kill you (frei nach Queen)

  1. Hat schonmal jemand daran gedacht dass die Organianer für den „Burn“ verantworlich sein könnten, weil sie die Drohung im Vertrag von Organia wahr gemacht haben nachdem Klingonen und Föderation aus irgendeinem Grund wieder aneinander geraten sind? Dort heisst es ja diesbezüglich: „Any attempt to violate this section of the agreement will result in the permanent immobilization of the offending party’s fleets and space habitats.“ Das hat der „Burn“ wirkungsvoll umgesetzt…“

    1. Hallo Callamon,

      wo waren denn die Organier als nachfolgendes im Trek-Universum geschah?
      Deep Space Nine: Der kurze, aber heftige Konflikt zwischen der Vereinten Föderation der Planeten und dem Klingonischen Reich von 2372 bis 2373.

      Grundsätzliches bzw. Off-Topic
      Die Macher von „New Trek“ zeichnen sich nicht unbedingt dadurch aus, komplexe, in sich logische Geschichten zu erzählen. Meiner Meinung nach ist die Marke „Star Trek“ den Marketing-Experten, „schlechten“ Drehbuchautoren und Produzenten geopfert worden. Und geblieben ist nur eine leblose Hülle, die ausgeschlachtet wird. Mit Sicherheit haben die Drehbuchautoren einen super Abschluss im Fach „Kreatives Schreiben“. Aber Science Fiction erfordert in meinen Augen etwas mehr: Ein Gefühl dafür, was es heißt ein fiktives, komplexes, durchdachtes Universum aufzubauen und weiterzuentwickeln. Und diesen Aufbau oder gar eine Weiterentwicklung (mit wissenschaftlicher Unterfütterung – Stichwort: Science!) kann ich leider nicht erkennen. Sicherlich kann es an mir liegen – ich bin wohl zu „doof“ für „New Trek“.

      Alex Kurtzman hat nicht das Universum entwickelt, sondern federführend so lange verändert und verdreht, bis es zu den eigenen Ideen (die er in großer Zahl von Anderen „übernahm“) passte. STD schafft keine Ikonen, die durch Persönlichkeit bestechen. Die Macher von „New Trek“ orientieren sich an Zielgruppen. Beispiel: Michael Burnham. Sie ist natürlich die niemals erwähnte Adoptivschwester der Star-Trek-Ikone Spock und auf Vulkan aufgewachsen. Ihr Leben wurde darum von Logik geprägt. Durch die Serie hinweg beweist die Autorenschaft aber nur, dass sie keine Ahnung haben, was das heißt. Mal handelt Frau Burnham rational, dann emotional – wie es gerade eben passt. Hat das noch etwas mit der Vorgeschichte zu tun? Nö! Es spielt auch keine Rolle. Damit aber ist sie kein Charakter, sondern nur eine Marketing-Puppe. Und das einzige hervorstechende Merkmal ist ihr männlicher Vorname.

      Der alte Humanismus von „Star Trek“ weicht postmoderner Beliebigkeit, in der Effekt und Haltung höher bewertet wird als Substanz. „Star Trek“, das einen kulturellen Einfluss hatte, das relevant war, das Menschen inspirierte, existiert (im Moment) leider nicht mehr.

      Oha, das war jetzt deprimierend, musste aber mal geschrieben werden. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass irgendwann eine ST-Serie, die sich deutlicher und stärker an der Botschaft Roddenberrys orientiert, produziert und ausgestrahlt wird. Ich habe mir als Termin Frühjahr 2042 notiert.

      Live long and prosper!

  2. Hallo Pappelzeisig,

    „wo waren denn die Organier als nachfolgendes im Trek-Universum geschah?
    Deep Space Nine: Der kurze, aber heftige Konflikt zwischen der Vereinten Föderation der Planeten und dem Klingonischen Reich von 2372 bis 2373.“ – tjaaaaaa, wer sagt denn, dass wir hier von der selben Zeitlinie reden? Vielleicht hat es im „Burn“-verse diesen Konflikt zum genannte Zeitpunkt gar nicht gegeben und wird erst dann Realität, wenn Michael & Co. die Organianer in der aktuellen Zeitlinie überzeugen, dass es nicht so nett war, die ganzen Individuen beim Burn zu töten, die Organianer daraufhin diesen durch irgendein Zeitgeschwurbel rückgängig machen, die Crew der Discovery als „Dankeschön für die Lektion in Moral“ in deren Ausgangszeit zurückschickt (ohne Schiff wegen der Spährendaten und Control – siehe Short Trek „Calypso“, die Discovery bleibt verlassen im „Burnverse“) und erst DANN die uns bekannte Trek „TOS/TNG/DS9“-Zeitlinie ihren Anfang nimmt…

    1. Hallo Callamon,

      Danke für Deine Antwort und die Präzisierung der „Organier-These“.

      „tjaaaaaa, wer sagt denn, dass wir hier von der selben Zeitlinie reden?“
      Nun, die Macher höchstselbst hatten vollmundig kundgetan, dass STD im Prime-Universe spielen wird – 10 Jahre vor Captain Kirk. Soweit die Ausgangslage. Ende der 2. Staffel kam die Autorenschaft dann auf die „tolle“ Idee, dass die Existenz des Sporenantriebs und das Zeitsprung-Schicksal der Discovery verschwiegen werden soll. Die Datenbank der Föderation wurde dementsprechend editiert – die „Disco“ galt fortan als zerstört. Dies wurde in der 5. Episode der 3. Staffel (also im 31. Jahrhundert) von einem schneidigen Admiral im Sternenflotten-HQ bestätigt. Aus diesem Grunde muss ich davon ausgehen, dass wir uns noch immer im Prime-Universe befinden.

      Nun ein paar Gedanken zu Deiner „Organier-These“:
      Der Vertrag von Organia wird 2267 auf Drängen der Organier zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich geschlossen. Darin ist festgeschrieben, dass die Organier keine weiteren Feindseligkeiten zwischen der Föderation und dem klingonischem Reich dulden. Sollte, zu irgendeiner Zeit, eine der beiden Mächte feindselige Aktionen eröffnen, werden alle militärischen Kräfte sofort unschädlich gemacht. Wie diese Unschädlichmachung aussieht, ist nicht bekannt, da diese hochentwickelten, körperlosen Wesen diesbezüglich nach TOS nicht wieder thematisiert worden sind.

      Deiner These folgend muss es vor dem „Burn“ zwischen den Klingonen und der Förderation (mal wieder) so richtig gerappelt haben, dass sich die Organier bemüßig sahen, dem Treiben ein Ende zu setzen. Der „Burn“ wird in STD jedoch als ein galaxienweites katastrophales Ereignis, das sich irgendwann im 31. Jahrhundert ereignet hat, etabliert. Frage an die Organier: Warum bestraft ihr die gesamte Galaxie und nicht nur die Klingonen und/oder die Föderation?
      Der „Burn“ verursacht millionenfachen Tod und massive Zerstörung. Frage an die Organier: Ihr als hochentwickelte Wesen hab keine andere Antwort als Tod und Zerstörung? Sehr zivilisiert!

      Nö, Deine These funktioniert für mich nicht. Solltest Du damit jedoch richtig liegen, ziehe ich meinen Hut. Ich möchte jedoch eine Gegenthese aufmachen. Ich vermute mal, dass die Autorenschaft uns diese „phantastischen“ klingonischen Zeitkristalle noch mal aufs Auge drückt. Oder diese Zeitagenten. Oder irgendwas anderes „kreatives“.

      Live long and prosper!

  3. Hallo Pappelzeisig,

    die Macher haben zwar gesagt, da Disco im „Prime Universe“ spielt, aber in mindestens zwei mir bekannten Interviews ebenfalls gesagt, das dies nicht zwangsweise bedeutet „in der bekannten Prime Zeitline“. So ist es durchaus denkbar, dass bekannte Trek-Ereignisse in Disco (bislang) nicht stattgefunden haben und die Zusammenführung von „Prime Universe“ und „bekannter Prime Zeitlinie“ erst am ENDE der Serie mit der Rückkehr der Discovery (Crew) erfolgt und ihren aus den anderen Serien bekannten Lauf nimmt.

    Organianer: Ja, nett wäre das nicht. Deswegen muss ja auch erst Michael Burnham kommen und den Organianern erklären, dass das nicht nett war. Wer sonst sollte es tun? Sie weckt ja in jedem das Beste, wir wir seit Folge 5 wissen… Grund für eine (durchaus galaxisweite) Auseinandersetzung könnte der in der Staffel erwähnte Mangel an Dilithium bereits vor dem Burn gewesen sein. Ich bin gespannt, ob ich mit meiner These an der Wahrheit kratze…

    1. Hallo Callamon,

      in der 5. Episode gibt Admiral Vance uns ja eine kurze, einführende Geschichtsstunde. Er spricht von kriegerischen Auseinanderetzungen der Föderation im 30. Jahrhundert, um das temporale Abkommen, einen Vertrag, der Zeitreisen in die Zukunft und Vergangenheit formell unterbinden soll, zu schützen. Gegen wen wurde Krieg geführt? – Bisher unbekannt.

      Interessant, aber vor allem bedenklich, finde ich, dass der Admiral die Anwesenheit der „Disco“ im 32. Jahrhundert mit einer Straftat gleichsetzt. Es gibt, zumindest im deutschen Recht, den Begriff des Rückwirkungsverbots. Wenn ich mich noch recht an mein Studium erinnere, sagt das Rückwirkungsverbot aus, dass zu einem späteren Zeitpunkt erlassene Gesetze nicht auf einen früher stattgefundenen Sachverhalt angewendet werden dürfen. Im deutschen Strafrecht gilt das absolute Rückwirkungsverbot. Was zur Zeit der Tatbegehung nicht strafbar war, kann nicht im Nachhinein mit Strafe bedroht werden. Dafür sorgt die Garantiefunktion des Strafrechts (Art. 103 Abs. 2 GG, Art. 7 EMRK). Das temporäre Abkommen wurde nicht im 23. Jahrhundert geschlossen, sondern viel später. Schickt man in einem möglichen Serienfinale die Crew wieder zurück in der ursprüngliche Zeit, würde dies tatsächlich ein Verstoß gegen das Abkommen darstellen. Aber das nur mal so dazwischengedacht.

      Im Moment gehe ich davon aus, dass der „temporale“ Krieg Auslöser des „Burns“ ist. Da ich den Machern im kreativen Bereich vieles, aber wenig sinniges, zutraue, kann sich meine Auslöservermutung durchaus als gänzlich falsch erweisen. Mal sehen, was uns die Macher auftischen…

      Live long and prosper!

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