Planet Trek fm #072: DS9-ReExperience 1.01/1.02: Von Gold, Göttern & Geschwurbel

In Nummer #72 geht es bei Planet Trek fm los mit der neuen Reihe: The DS9-ReExperience lässt Björn Sülter & Claudia Kern ihre liebste Trek-Serie aufs Neue erleben und bewerten. Jede Episode wird erneut angesehen und danach Woche für Woche genau so ausführlich besprochen wie NewTrek in den vergangenen vier Jahren. Wird die Serie den positiven Erinnerungen standhalten? Im heutigen Podcast geht es mit dem 90-minüten Pilotfilm Emissary (Der Abgesandte) direkt in die Vollen. Dass dabei neben vielen Fakten auch der Humor nicht zu kurz kommt, gehört bei Planet Trek fm zum guten Ton.

Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr den Rewatch mitmacht!

Autorin und Übersetzerin Claudia Kern ist dabei wieder zu Gast, die man von ihrer Trilogie „Der verwaiste Thron“, den vier Bücher der Reihe „Homo Sapiens 404“, diversen Sachbüchern und als langjährige Chefredakteurin und Kolumnistin der SpaceView und heute der Geek! kennt. Ihr neuer Roman „The Divided States of America“ ist ein echter Tipp und erschien 2018.

Veröffentlichung: 15. April 2021
Teilnehmer: Björn Sülter & Claudia Kern
Lauflänge: 110 Minuten

5 Gedanken zu „Planet Trek fm #072: DS9-ReExperience 1.01/1.02: Von Gold, Göttern & Geschwurbel

  1. Laut Trekmovie.com bezieht sich der ‚Lower Decks‘ Gag bezüglich der Aussprache des Wortes „sensor“ auf Leonard Nimoy.

    Zitat:
    Sense-OARS
    In order to get herself re-demoted, Mariner makes fun of the pompous Admiral Vassery and the way he pronounced sensors, saying “sense-oars.” He really didn’t appreciate her making fun of him, or as he said it “fawn.” However, this admiral’s pronunciation of sensors was not unique. In fact, no less a figure than Mr. Spock used the same pronunciation, which has been debated by fans for decades. Charles Harring Elster’s The Big Book of Beastly Mispronunciations refers to the tendency to “overpronounce” by referencing how Spock would pronounce words like sensor, sector, factor, and record. Tuvok on Star Trek: Voyager pronounced it “sense-oars” as well.
    https://trekmovie.com/2020/08/29/from-holo-moriarty-to-space-lincoln-star-trek-lower-decks-easter-eggs-in-moist-vessel/

    Youtube:
    https://www.youtube.com/watch?v=EM1YYefSmKg

    Liebe Grüße von Eurem treuen Hörer,
    Peter

  2. Vielen Dank für die erste Folge, macht extrem Lust auf mehr – schaue gleichzeitig mit euch einen Rewatch, erstmalig in Englisch.

    Im Bezug auf das von Claudia so benannte Prophetengeschwurbel hier ’ne Anregung…
    Eine nichtlineare Zeit gibt es nur aus einer Superposition heraus, quasi einer fünften Dimension, alle Augenblicke der Zeitdimension sind damit gleichrangig und parallel beobachtbar (so ähnlich ja von euch besprochen). Wenn man in dem Konzept bleibt, dann wissen die Propheten um das Konzept der linearen Zeit (weil sie mit anderen linearen Wesen zu tun haben) und Siskos „erster“ Begegnung mit ihnen. Die ganzen Fragen im Milchbad stellen sie ihm also nicht um selbst zu verstehen, sondern um ihm stückweise ein Verständnis für sie/ihre Existenz und seinerselbst (samt Katharsis) zu geben – sie stellen sich dumm für ihn.

    Aus der Perspektive betrachtet finde ich diese ganze Szenenabfolge zwar nicht unbedingt ideal geschrieben oder geschauspielt, aber zumindest nicht wirklich schwurbelig.

    Jetzt noch etwas eigenes Geschwurbel…
    vielleicht ist diese ganze Non-Linearität vs. Linearität Thematik in DS9 eine Metaerzählung aus Produzentensicht über die Art wie Star Trek beziehungsweise das Fernsehen der 80er und 90er uns Geschichten darbietet.
    TOS und TNG non-linear, (fast) jede Folge eine in sich geschlossene Einheit, keine kausale Abfolge von Ereignissen – dagegen DS9 linear erzählt, Ereignisse einer Folge bedingen die nächsten. Nur so ein fixer Gedanke gestern Nacht beim Hören eurer Pilotbesprechung.

  3. Moin in die Runde.

    Deep Space Nine ist für mich bis heute DER Serien-Meilenstein im TREK-Universum. Mein letzter Rewatch ist 2 Jahre her. Leitthemen dieser zeitlosen Space-Opera sind Politik, Diplomatie, (Bajoranische) Religion, Spionage und der Krieg. Ihren Höhepunkt erreichte die Serie, meiner Meinung nach, mit der fünften und sechsten Staffel.

    Stichwort Religion: Mit der bajoranischen Religion und deren Kai´s (geistige Führer*Innen Bajors) bin ich tatsächlich nie so ganz warm geworden. Mal abgesehen davon, hat die Pagh-Erforschung, ähnlich der vulkanischen Geistesverschmelzung, etwas mit Kopfgrabbelei zu tun. Zum Erforschen des Pagh fasst die Kai im DS9-Opener ungefragt mit der rechten Hand das linke Ohr Siskos an. Dieser verzieht daraufhin die Mundwinkel, was mich vermuten lässt, dass die Dame das Ohrläppchen ordentlich zusammengedrückt hat. Das schmerzt auch irgendwie beim zusehen. Egal – es ist ja nicht mein Ohrläppchen, das zwischen die Fingerpresse dieser robusten, resoluten und forschen Frau Opaka geraten ist. Die Kai erfährt auf diese Weise, dass Commander Sisko seine zukünftigen Aufgaben als der Abgesandte der Propheten nicht akzeptiert. Mit dieser Szene beginnt dann auch die lange, spirituelle Reise des Commanders – wann, wo oder ob diese Reise endet, verrät die Serie.

    Auch technisch weiß die Serie zu verblüffen. Noch heute frage ich mich, warum Sisko und Co. den Fahrstuhl zur OPS „Turbolift“ nennen. Das Dingens „zischt“ mit gefühlter Schrittgeschwindigkeit auf und ab.

    Zurück zum großen Ganzen. Um es vorweg zu nehmen: Ja, auch in DS9 gibt es dürftige bis leidliche Episoden. Ja, auch diese Serie hatte Anlaufschwierigkeiten. ABER wegen der Charaktere, die nicht nur Schwarz oder Weiß gezeichnet wurden, wegen der tollen Atmosphäre und Kulissen lohnt es sich am (Base)Ball zu bleiben. Die Autoren schafften es, dass ich auch für die finsteren Gesellen Sympathien entwickelte und meine Helden ab und zu nicht unbedingt mochte.

    Zu den stärksten Charakteren zähle ich, neben Sisko und Kira, die Cardassianer Garak (der Mann mit der Lizenz zum Schneidern) und die personifizierte unterschwellige Bedrohung namens Dukat. Die Psycho-Spielchen zwischen Dukat und Sisko sind eine Augen- und Ohrenweide. Ach fast vergessen: Worf und Martok sind ja auch noch mit dabei. Qapla‘!

    Diese Serie zeichnet sich durch permanente (und gelungene!) Charakterentwicklungen aus, die nicht nur die Hauptcharaktere betreffen. Als Beispiel sei hier – nur stellvertretend – Nog, einer von vielen Ferengi, angeführt. Die Frage nach meinem Lieblingscharakter aus Deep Space Nine beantworte ich auch heute noch mit: Kann ich nicht sagen. Es gibt so viele.

    Den DS9-Neulingen sei versichert, dass Euch mit dieser Serie in 176 Folgen eine wundervolle Reise durch das faszinierende 1990er TREK-Universum erwartet. Das Anschauen lohnt sich – und das begleitende Hören dieses Podcast´s sowieso!

    Live long and prosper!

  4. Das war schon mal ein famoser Auftakt, Stärken und Schwächen ziemlich gut zusammengefasst, freu mich schon auf die nächsten Folgen.

    Kurze Anmerkung zu der Sisko – Picard Szene.
    Da muss ich Claudias Einschätzung wehement widersprechen.

    Sisko hat durchaus gute Gründe oder mögliche Gründe für seine feindliche Haltung gegenüber Picard.
    Es ist nicht klar wieviel Sisko wirklich darüber weiß wie Picard in den Händen der Borg gelandet ist oder wozu die fähig sind, schließlich ist er nur ein popeliger Offizier auf einem x-beliebigen Schiff und nicht Teil der Admiralität, die Zugang zu allen Fakten und dem Debriefing von Picard hat.
    Möglicherweise glaubt er, hätte sich Picard anders verhalten, auf dem Würfel mehr Widerstand geleistet hätte oder dergleichen, wäre er vielleicht nicht assimiliert worden.

    Schließlich ist der Mann schwer traumatisiert und sucht als Teil der Bewältigung vielleicht nach einem Schuldigen oder schlichtweg anderen Gründen als „die Wege des Herrn sind unergründlich“. Hier nach nur drei Jahren eine kalte, völlig rationale Einschätzung zu erwarten ist in meinen Augen ein bisschen viel verlangt.

    Und zu guter Letzt und das wäre mein wichtigster Punkt:
    selbst wenn Sisko alle Informationen wie der Zuschauer hätte (oder sollte ich besser sagen : BESONDERS wenn Sisko alle Fakten gekannt hätte) wäre seine Haltung nicht nur gerechtfertigt, sondern würde im Gegenteil von einem erstaunlichen Maß an Selbstbeherrschung zeugen.
    Er hätte Picard die Fresse polieren sollen.
    Die Art und Weise wie Picard sich bei der Annäherung und beim Zusammentreffen mit dem Borgwürfel verhalten hat, war derartig stümperhaft, dass es mich sprachlos zurückgelassen hat. Gerade er sollte es doch besser wissen.
    Der Mann zeigt hier (mal wieder!) keinerlei taktisches Gespür und setzt (mal wieder!) gedanken- und grundlos die Leben seiner gesamten Crew aufs Spiel.
    Die massiven Fehler Picards sind der Grund für seine Assimilation und letztlich der Grund für den Tod von Siskos Frau.

    Ihr merkt schon ich bin kein Picard-Fanboy.
    Der Mann hat seine Qualitäten, ohne Frage, in vielen Dingen ist er gradezu brilliant und wird zurecht verehrt, aber als Kriegschiffkapitän (und das ist er eben auch!) ist er …… naja, lassen wir es bei „nicht gut“.

    Von all dem mal abgesehen, die Szene wird von beiden exzellent gespielt und ist definitiv eines der Highlights des Piloten, plus sie lieferte für mich auch einen großen Beitrag zum Verständnis des Charakters Sisko.

    So, weiter gehts mit der nächsten Episode, mal sehen was ihr über die bajoranischen „Freiheitskämpfer“ denkt 🙂

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