Planet Trek fm #104: Star Trek: Discovery 4.02: Captain Björnham beweint den Baum

In Nummer #104 dreht sich alles um die neue Staffel von Star Trek: Discovery und die Episode Anomaly. Björn Sülter spricht mit seinem Co-Piloten Moritz Wolfart über alles, was Trekkies sich dazu fragen. Dass dabei neben vielen Fakten auch der Humor nicht zu kurz kommt, gehört bei Planet Trek fm zum guten Ton.

Der Gast zählt zum Inventar und ist zu einer Art Co-Pilot geworden. Seine erste große Liebe lernte er mit acht Jahren kennen und sie hieß Enterprise, obwohl Moritz Wolfart sie nicht einmal sehen konnte! Aufgrund seiner Blindheit hat er einen vollkommen anderen Zugang zu Star Trek gefunden, als Sehende. Spricht man jedoch mit ihm über das Franchise, stellt man schnell fest: Sein Erleben ist nicht minder umfänglich, als das seiner sehenden Kollegen. Übrigens entstand seine Trek-Leidenschaft sehr zum Missfallen seiner Mutter. Aber nach einer verhältnismäßig kleinen Familienkrise setzte sich sein Vater mit dem Argument durch, dass diese dialoglastige TV-Unterhaltung für ihn interessanter sei, als das übliche Kinderprogramm. Und dafür ist Moritz Wolfart ihm heute noch zutiefst dankbar! Inzwischen kennt er natürlich alle Episoden und Filme und wurde über die letzten zwanzig Jahre zu einem der aktivsten Community-Mitglieder in Sachen Star Trek. Dieser Mann kennt sein Star Trek. Unter seinem markanten Namen Darmok auf dem Ozean ist er sicher auch vielen Fans ein Begriff.

Veröffentlichung: 1. Dezember 2021
Teilnehmer: Björn Sülter & Moritz Wolfart
Lauflänge: 69 Minuten

5 Gedanken zu „Planet Trek fm #104: Star Trek: Discovery 4.02: Captain Björnham beweint den Baum

  1. Die alles entscheidende Frage ist: Wer hat die feuchteren Augen: Michael Burnham oder Linus?

    Wie toll die Serie wohl ohne diese Fixierung auf Burnham wäre? Wenn wir auch die zwischenmensch ähm die Beziehungen der Besatzungen untereinander hätten ausleuchten und erforschen können? Dieser emotionale, instabile Haufen gehört nicht auf ein Raumschiff, sondern in eine Gruppentherapie.

  2. Also schön, dass der motzende Moritz wieder Mal zu hören war auch wenn er an einer kürzeren Leine war als das Raumschiff. Dachte diese Folge wäre der Höhepunkt der Sinnlosen Aktionen im Disco Universum, aber vermutlich irrte ich mich auch da. Raumschiffe an Leinen, Schiffe die nicht fehrngesteuert werden können wegen Funkstörungen, wohl aber mit einem live Hologramm bespielt werden können, Trauma Bewältigung mitten im Einsatz und der Ing der nach 1000 Jahren Zeitsprung noch der größte Astrophysik Experte der Föderation ist. Ja diese Folge hatte alles.

  3. Zuallerst mal ganz großen Dank für diese Folge 🙂 Moritz hat mir schon sehr gefehlt. Musste oft lachen oder grinsen, manchmal auch dreckig. All die Frustrationen und Enttäuschungen die Discovery immer in mir hervorruft und die in anderen Podcasts kaum thematisiert werden, dazu das triefend-kitschige seifenoperige Melodrama bringt er immer vorzüglich auf den Punkt. Hatte schon fast etwas Kathartisches diese eure Episode.

    Bei einer Szene ist euch beiden eventuell aber etwas entgangen. Ich hatte bei Twitter gesehen, dass TaoTao zu der selben Szene ebenfalls etwas anderes als ihr im Subtext gelesen hat. Gemeint ist die Muttermal-Szene mit Adira und Gray.
    In der offenliegenden Lesart der Szene geht es darum, dass man sich Aspekte seines Körpers, die man nicht schön findet, operativ entfernen lassen kann und, dass das gut und richtig sei – auch wenn es nur ein Muttermal ist. Da bin ich bei euch, das sehe ich auch ganz und gar nicht so.

    In der tieferliegenden Lesart der Szene gibt es eine andere Bedeutung. Gray verwendet das Wort Transition (in der engl. Fassung). Offenliegend meint er die Transition von der körperlichen Nichtexistenz zur seiner bald wieder reellen Körperlichkeit. Tieferliegend ist Transition ein Signalwort, es bezeichnet eine Übergangsphase der Geschlechtsidentität eines transsexuellen Menschen. Da dazu auch operative Veränderungen gehören können steht das Muttermal und das Gespräch darüber wahrscheinlich allegorisch für geschlechtsanpassende Eingriffe und, dass es okay ist den eigenen Körper zu verändern wenn Aspekte davon nicht mit der Geschlechtsidentität in Einklang stehen. Wenn man als Mann nicht mit Brüsten leben möchte, die einem bei der genetischen Geburtslotterie zugelost wurden, dann ist es in Ordnung sie operieren zu lassen. Das liegt einzig in der Autorität der betroffenen Person. Mit Ermahnungen Anderer, den eigenen Körper in einer solchen Situation vollumfänglich zu akzeptieren und nichts daran operieren zu lassen, ist Transpersonen nicht geholfen.

    Ich selbst bin vom Thema weder betroffen, noch interessiert es mich groß, noch finde ich die Szene gut geschrieben – vor allem weil die offenliegende Lesart so leicht falsch zu verstehen ist. Dennoch, hier kommunizieren zwei betroffene Personen auf großer Bühne wohl mit Ihrer kleinen unterrepräsentierten Community. Wenn man sich die Twitter-Follower von Ian Alexander und Blu del Barrio (auch Anthony Rapp und Wilson Cruz) anschaut, dann wird klar, dass es viele Menschen aus dieser Community gibt, die Discovery schauen und bei denen diese Szene extrem gut angekommen ist.

    Ich persönlich könnte gut damit leben wenn Discovery sein virtue signalling etwas subtiler an den Zuschauer bringen könnte. Wenn sooo vieles handwerklich schwach an einer Serie ist (das oft erwähnte lazy and lame writing), dann schaffen solche sub-kulturell wohl bedeutsamen Szenen für mich auch keine Aufwertung. Trotz ausgeprägter Empathie und Solidarität mit betroffenen Menschen finde ich, dass die Prioritäten falsch gesetzt sind. Zuvorderst sollte eine unterhaltsame, nachvollziehbare Serie mit interessanten Charakteren und einer Handlung stehen die neugierig macht oder in den Bann zieht. Stattdessen bekommen wir ein Sammelsurium von Sensibilitäten um die Ohren und Augen. Ich schaue die Serie nur noch, weil Star Trek drauf steht und die Podcasts dazu so gut sind. XD In dem Sinne, bitte macht weiter so und lasst auch gerne gelegentlich, aber vielleicht nicht immer, mal wieder Frust raus.

  4. Hallo,

    vielen Dank für die Podcastfolge und die Besprechung.

    Beachtenswert an Discovery finde ich auch, dass in der Serie die größten Probleme einfach gelöst werden können, indem man Vertrauen einfordert.

    Viele Grüße
    Nebelkerze

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